Donnerstag, 26. August 2010

Pakistanhilfe - eine Frage des Gewissens?

Die Bilder von Pakistan sind erschütternd und selbstverständlich sollten wir uns solidarisch mit dem Menschen in Not zeigen und doch fällt es mir gerade in Pakistan so schwer.
Eine Argumentation, warum man den Menschen in Pakistan helfen sollte, stösst mir besonders sauer auf.
Wenn wir (der Westen) nicht helfen, dann werden es die Taliban tun und dabei neue Terroristen rekrutieren. Was soll das bedeuten? Ist das ein Erpressungsversuch? Wenn wir nicht helfen, bekommen wir eben Terroranschläge zum Dank? Nein - umgekehrt wird ein Schuh daraus. Bomben auf die Taliban, damit man den Menschen in Pakistan helfen kann.
Aus Angst vor islam (-istischen) Anschlägen spende ich keinen Cent.
Wo ist die Solidarität der muslimischen Mitbrüder? Angeblich gibt es ja so etwas wie das Haus des Islams? Wie viel hat Saudi Arabien gespendet, das sehr reich ist und wie viel hat die angeblich so böse USA gespendet? Wo ist die Solidarität des Irans? Wenn mit meinen Spenden aus einem Roten Kreuz ein Roter Halbmond wird, dann finde ich das nicht in Ordnung.

Gestern wurde im ORF kurz ein Paschtune interviewt. Er beklagte sich, dass seine Frauen jetzt den Blicken fremder Männer ausgesetzt sind. Ja, die Not ist groß in Pakistan. Nicht, dass er sich Sorgen um seine Kinder macht, nein - seine Frauen sind fremden Blicken ausgesetzt. Wahrscheinlich haben alle pakistanischen Männer gerade nichts anderes zu tun.
Ich sage es ganz unverhohlen. Solchen Menschen würde ich den gespendeten Reissack am liebsten persönlich wieder wegnehmen.

Doch gebietet unser christlicher Glaube nicht, auch unsere Feinde zu lieben, ja sogar die andere Backe hin zu halten? Was können die Kinder dafür, in diese Welt hineingeboren worden zu sein? Haben sie kein Recht auf Leben?
Ich sage es ganz offen: Ich kann mich nicht überwinden, etwas für Pakistan zu spenden. Aber ich will mich nicht aus der Verantwortung stehlen. In Haiti (und an vielen anderen Orten) ist die Not immer noch ebenso groß wie in Pakistan. Auch dann, wenn sie gerade aus den Schlagzeilen verschwunden sind. Ich werde wenigstens dort noch einmal spenden, wenn ich es schon nicht schaffe, meine „Feinde“ zu lieben.


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