Montag, 28. Januar 2013

Asylanten in der Votivkirche - eine Diskussionsrunde

Die gestrige ORF Sendung „Im Zentrum“ brachte wieder etwas Dunkelheit in das Licht des mündigen Bürgers. Aber es warf ein Licht auf so manche journalistische Frage und so manchen politischen Gesinnungsgenossen.


 Alev Korun von den Grünen beklagt, dass die Gesetzeslage für Asylanträge undurchschaubar ist, ja, dass schon das Anleitungsbuch, welches angeblich alleine 300 Seiten haben soll, so kompliziert ist, dass sich kein Asylwerber damit auskennt. Woraufhin Wolfgang Taucher,
Leiter Bundesasylamt ihr vergebens klarzumachen versuchte, dass er von der Existenz eines solchen Buches wüsste, wenn es so etwas gäbe. Doch das kann eine echte Grünpolitikerin nicht erschüttern. Sie werde es dem Leiter des Bundesasylamtes zuschicken, erwiderte Alev Korun. Leider habe sie das Buch - welch ein Zufall - nicht mitgenommen. 
Dieser Mann hatte es überhaupt nicht leicht mit einer Moderatorin und einer Grünpolitikerin, die permanent versuchten, möglichst viele Emotionen in die Debatte zu bringen. Es ist nämlich so, dass ein Beamter sich gar nicht von seinen Emotionen leiten lassen darf. Er ist ja weisungsgebunden und hat die Gesetze, unabhängig von seinen Emotionen, zu vollziehen. Und ein Gericht sollte ebenfalls aufgrund der Gesetzeslage urteilen und nicht nach Mitleid und Sympathie. Dem Unverständnis der Moderatorin und der Grünpolitikerin zum Trotz musste Wolfgang Taucher auf  die Rechtslage hinweisen, an die er sich zu halten hat. Ein Hinweis, der in den Köpfen der beiden Damen kaum eine Chance hat. So meinte Alev Korun sehr emotionsgeladen, es möge sich jeder Zuseher nur eine Minute lang vorstellen, wie schrecklich es wäre, arbeiten zu wollen und nicht zu können (was eifriges Nicken im Publikum auslöste). Ich bin mir sicher, einige Tausend österreichische Arbeitslose können sich das in der Tat sehr gut vorstellen. Aber die hat sie wohl nicht gemeint. Weiters weiß Alev Korun die offiziellen Zahlen, wie viele Asylanträge Deutschland in Vergleich zu Österreich hat. Auf das milde Kopfschütteln von Wolfgang Taucher fiel ihr nicht anderes ein, als: „Wir können uns die Zahlen gemeinsam anschauen“. Es scheint also wichtig zu sein, in jeder Lage und für jedes Argument seine eigenen Zahlen zu haben.
Die Moderatorin Ingrid Turnher warf Harald Vilimsky (FPÖ) vor, in Sachen Asyl stark zu verallgemeinern (die FPÖ behaupte, dass ganz Pakistan nach Österreich kommen würde). Das wenige Minuten später Alev Korun genau die gleiche Taktik der Verallgemeinerung anwandte, indem sie so tat, als wäre ein Fall eines abschlägigen Asylverfahrens aufgrund ungenauer Angaben über die Zahl der Vergewaltiger der Hauptgrund der abschlägigen Asylbscheide, störte Turnher hingegen nicht.

Franzobel, ein Schriftsteller, verallgemeinerte hingegen, indem er meinte, dass eine Gesellschaft, die in sich abgeschottet lebt, zum scheitern verurteilt ist. So, als würde sich Österreich abschotten, weil es Asylanträge ablehnt - so als würden die 40 Kirchenbesetzer Österreich vor der vollkommenen Isolierung bewahren. Harald Vilimsky machte einen Einwand, der von Ingrid Turnher sofort niedergeredet wurde: Er sagte, dass man sich einmal 100 Asylwerber in einer türkischen Moschee vorstellen soll, die diese einfach in Beschlag nehmen würden. Ich möchte diesen Gedankengang etwas hinzufügen.
In Anbetracht dessen, dass es sich bei den Asylwerbern hauptsächlich um Pakistani und Afghanen - also Moslems - handelt, verstehe ich nicht, warum sie sich in einer Katholischen Kirche einquartieren und nicht in der Moschee am Hubertusdamm. Bezeichnenderweise ist auch die gesamte Islam Community Österreichs mucksmäuschenstill zu diesem Thema. Warum meldet sich kein Moslemvertreter zu Wort, in Anbetracht dessen, dass sich hier Muslime beklagen? Warum wird hier von Moslems auf christliche Nächstenliebe gebaut?
Aber die Sendung hatte tatsächlich etwas sehr Positives.
Turnher fragte den Leiter des Bundesasylamtes, wie er als ehemaliger Caritasmitarbeiter zu der Unterstützung der Asylanten in der Votivkirche durch die Caritas heute stehe.
Er antwortete, dass ihm die Unterstützung durch die Caritas allemal lieber ist, als jene (anm. linken) Kräfte, unter deren Einfluss die Asylanten stünden.
Diese Bemerkung dürfte auch Kardinal Schönborn zum Nachdenken gebracht haben. Denn heute liest man in den Zeitungen davon, dass Schönborn mit jenen Einflüsterern, die die Asylanten für ihre politischen Ziele missbrauchen, hart ins Gericht ging. Ich hoffe sehr, das Caritas, Kirche und Schönborn selbst erkennen, dass auch sie sich zu Spielbällen der Politik machen lassen von Ideologen, die so tun, als wären sie menschlich und tolerant, die aber in Wirklichkeit ganz andere Ziele haben und kaum etwas mehr hassen, als die Kirche.

PS: Ich werde die nächsten zwei bis drei Wochen kaum dazukommen, hier aktiv zu sein.

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