Dienstag, 9. November 2010

Ideen für eine bessere Welt

Wer heute morgen den ORF Radiosender Ö1 gehört hat, konnte sich wieder einmal an der ideologischen Ausrichtung dieses Senders „erfreuen.“ In der Sendung „Gedanken zum Tag“ wurde dem Hörer unter dem Titel "Ideen für eine bessere Welt" erklärt, dass sogar die Kirche in ihrer ersten Sozialenzyklika dem linken Idol Karl Marx recht gegeben hat, weil sie die Missstände des damaligen neoliberalen Kapitalismusses angeprangert hat. So wurde dem Hörer erklärt, dass wir alle auf den Schultern von Karl Marx stehen. Dieses Zitat wurde tatsächlich so unreflektiert und ohne einen Hinweis auf die Folgen daraus, stehen gelassen.

Karl Marx ist also der Begründer der kirchlichen Soziallehre, weil er zufällig der gleichen Meinung war wie die Kirche. Das genügt dem ORF, Karl Marx als den Begründer einer modernen Gesellschaft hinzustellen. Mit keinem Wort wird erwähnt, was aus seinen Ideen geworden ist. Man stelle sich vor, es würde etwas Positives von Karl Lueger ausgesagt werden, ohne dabei zu erwähnen, dass er Antisemit war. Das wäre nicht vorstellbar. Dass der Kommunismus, der ebenfalls auf den Schultern von Karl Marx liegt, mehr Menschen ermordet hat als der Nationalsozialismus, spielt keine Rolle und braucht laut ORF nicht erwähnt zu werden.
Ideologisch wäre es dem ORF wirklich geboten, vom Küniglberg (13.Bezirk Wien) nach St.Marx (3. Bezirk) umzusiedeln, aber das hat Wrabetz (derzeitiger Chefideologe des ORF) sowieso vor.

Kommentare:

  1. Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

    Karl Marx ist mehr Begründer einer modernen Gesellschaft, als die Kirche es die letzten 2000 Jahre war, das steht fest. Kann die Kirche überhaupt von einer Soziallehre sprechen? Die nämlich, als Institution betrachtet, verstand sich allenfalls darauf, der Menschheit möglichst brutal ihre edlen Ideen angedeihen zu lassen. Karl Marx hatte - ich will es trivial formulieren - wenigstens gute Vorsätze, man mag meinen, er habe bona fide gehandelt.
    Die Kirche hingegen riss nicht nur Europa nicht in die Abgründe des Mittelalters und vergiftete den Menschen mit ihrer lebensfeindlichen Lehre, dieser Lehre gegen Körper und Geist, sondern morderte und plünderte auch noch auf anderen Kontinenten.

    Es stimmt schon, der ORF hat nicht nur die Rolle des Nationalsozialismus nicht erwähnt, aber auch die der Kirche nicht - wenn es darum geht abzuwägen, wer denn mehr Menschen auf dem Gewissen hat.

    Jesus dürfte sich schon einige Male im Grabe umgedreht haben. In seinem Sinne war diese Entwicklung sicher nicht.

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  3. Die Kirche gab nie vor, Begründerin einer modernen Gesellschaft zu sein. Sie unterstellen der Kirche hier etwas. Die Kirche kann sehrwohl von Soziallehre spechen. Bitte befassen Sie sich genauer mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Kirche ist der größte Entwicklungshelfer weltweit. Was das Mittelalter betrifft. Vor dem Mittelalter spricht man vom dunklen Zeitalter. Das Christentum hat Europa erst aufgebaut- lange bevor es eine Aufklärung gab. Wo waren die ersten Bibliotheken? Wo waren die ersten Schulen? Wer erarbeitete den julianischen Kalender oder die cyrilische Schrift?
    Also tun Sie bitte nicht so, als hätte Europa erst mit der Französischen Revolution angefangen.
    Die lebensfeindlichen Lehren erlebten übrigens im Schatten der atheistischen Aufklärung ihre Blühte. Denn es hätte weder Kommunismus noch Faschismus ohne Aufklärung gegeben.
    Übrigens: Jesus dreht sich sicher nicht mehr im Grab um, denn

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  4. Übrigens: Ja die Kirche hat in ihrer 2000 jährigen Geschichte viele Menschen auf dem Gewissen. Wollen sie das wirklich mit den sieben Jahren Nationalsozialismus, oder den ca. 70 Jahren Kommunismus vergleichen?

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  5. Was die letzten 2000 Jahre im Namen des Glaubens geplündert, gebrandschatzt und gemordet wurde, trifft die Kirche genauso wie den Nationalsozialismus oder den Kommunismus. Ob nun durch den Glauben an eine Religion, einen Gott, die Wiedergeburt oder an eine Staatsform motiviert, macht für mich letztendlich keinen Unterschied.
    Glauben ist Glauben, Mord ist Mord.
    Und wer war es denn? Es waren die Oberen, die Bonzen, die besonders frommen Schafe unter euch, die zu den schlimmsten Dingen im Namen Gottes im Stande waren.

    Hätte es keinen Kommunismus, noch Faschismus ohne die Aufklärung gegeben? Hätte es die Atombombe gegeben ohne die Entdeckung der Elektrizität?

    Ich liebe eure subtile Geringschätzung, grandios. Die atheistische Aufklärung. Ich weiß schon, wie ich das zu verstehen habe.

    Was das Zweite Vatikanische Konzil betrifft, so kann ich nicht erkennen, was an seinen Ergebnissen oder Aussagen sozialtheoretisch bedeutend für die Menschheit gewesen sein sollte, hat es doch höchstenes ihre eigene Rolle in der Welt neu bewertet. Daran scheint mir nun nichts revolutionär.

    Weiters glaube ich, beim Thema Bibliotheken geschichtlich etwas auf die Sprünge helfen zu müssen. Die alten Ägypter hatten Bibliotheken bereits rund 2000 Jahre vor unsrer Zeitrechnung. Das also steht sicherlich nicht auf der Habenseite der Kirche. Bei Schulen verhält es sich genauso.
    Oder habe ich das Argument nicht verstanden?

    Ich werde mich aber gerne in die sogenannte Katholische Soziallehre einlesen. Wird zumindest nicht schaden.

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  6. Was haben die alten Ägypter mit Europa zu tun? Ich denke zuerst sollte man selbst Geschichte lernen, bevor man andere belehrt. Ich habe nicht behauptet, dass die Kirche die Schrift erfunden hat.

    Zum Zweiten Vatikanischen Konzil: Ich habe ebenfalls nie behauptet, dass es revolutionär gewesen wäre, sondern ich sagte nur, dass darin Dinge stehen, die Sie entweder nicht verstanden haben, oder noch nicht gelesen haben, denn sonst würden Sie nicht in Zweifel ziehen, ob es eine Sozialenzyklika gibt.Wenn Sie in der Kirche nur Negatives sehen, warum stört es Sie dann, wenn ich im Kommunismus und Marxismus nur Negatives sehe? Gilt nicht gleiches Recht für alle? Ich kann übrigens auch nicht erkennen was an Marxismus so revolutionär neues sein sollte. Der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind, ist auch nicht von Marx erfunden worden.

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