Mittwoch, 5. Oktober 2011

Die Kirche wird eine neue Renaissance erleben

Nein, ich habe nicht getrunken und ich fühle mich so halbwegs bei Sinnen.
Ich bin überzeugt, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis die Kirche für viele Menschen wieder eine Anziehungskraft bekommen wird.
Europa schlittert unausweichlich in eine Katastrophe.
Der säkulare Atheismus tut alles, um zu zeigen, dass er nicht zukunftstauglich ist.
Island ist ein schönes Beispiel. Dieses Land erholt sich wieder von der Wirtschaftskrise. Ich hörte unlängst ein Interview mit einem Isländer, der sagte, dass in seinem Land eine neue Bescheidenheit und Sparsamkeit, gepaart mit einer hohen Arbeitsmoral um sich greift, die dem Land wieder neuen Auftrieb gäben. All das sind christliche Tugenden. Es sind also atheistisch-säkulare Tugenden, die Europa Kommunismus, Faschismus und Kapitalismus brachten, die Europa wieder und wieder in den Abgrund führ(t)en. Hingegen wären es christliche Werte, die Europa wieder neu entstehen ließen. Doch wer erkennt das schon? 
Im Moment gibt es ja kaum etwas Unpopuläreres als die Kirche. Zumindest wird uns das von den Medien so eingeredet. Meine persönliche Beobachtung ist übrigens eine andere. Dort wo der Glaube an Gott ernsthaft gelebt wird, dort scheint er auch für junge Menschen attraktiv zu sein - sogar Menschen werden neugierig, die eigentlich mit der Kirche überhaupt nichts am Hut haben (es kommt halt darauf an, wie es ihnen vermittelt wird). Doch egal ob das Weltjugendtreffen in Madrid oder die Deutschlandreise des Papstbesuches. Die Begeisterung der katholischen Jugend, die Freude der Massen während einer Messe mit dem Papst, lassen jedesmal die Gegendemonstranten alt aussehen. 
Die Orientierungslosigkeit Europas zieht sich durch alle Schichten. Sie fängt bei den Politikern an (die offensichtlich keinen Ausweg aus der Krise anbieten können) und endet bei den so genannten „Wutbürgern“, die demonstrierend und twitternd auf den Straßen sitzen und gegen alles Mögliche demonstrieren - ohne eine Chance zu haben, jemals gehört zu werden. Sie können zwar schnell durch SMS, Twitter, Facebook und Co. mobilisiert werden, aber sie können unmöglich mit einer Zunge sprechen. Sie haben keine Institution, kein gemeinsames Interesse und daher auch keine Kraft, langfristig eine Stimme zu bekommen. An dieser Institutionslosigkeit leidet mittlerweile die ganze europäische Gesellschaft. Man ist säkular - man ist für sich. Man ist anonym, das bedeutet, man ist allein. Noch merkt das keiner, weil es uns noch viel zu gut geht. Doch schon bald werden die Menschen diese Ohnmacht und diese Einsamkeit spüren. Dann wird die Kirche, so sie lebendige Zentren hat, für Jugendliche wie ein Leuchtturm im Meer erscheinen.
Was derzeit so aussieht, als wäre es die Schwachstelle der Kirche - ihre Unflexibilität - wird dann als Stärke wahrgenommen werden. 
Noch ist es nicht so weit. Noch sind wir in der Phase, in der die Volkskirche zerfällt.
Sicher wird es zu innerkirchlichen Reformen kommen müssen, die im Zuge dieses Zerfalls notwendig sind. (Kardinal Schönborn hat in einem Hirtenbrief dieses Thema zur Sprache gebracht.) Reformen haben also nicht unbedingt mit der medial gepushten Pfarrerinitiative zu tun. Ich habe den Eindruck, dass diese Intitiative mehr dazu beiträgt, den Zerfallsprozess zu beschleunigen, was aber auch nichts macht, denn je mehr die verkrusteten Strukturen der Kirche zerfallen, desto eher werden die Zentren wahrgenommen, wo aktiver Glaube und aktive Hingabe an Gott gelebt werden. Diese Wahrnehmung ist unbedingt notwendig, nicht nur für die Kirche, um sich selbst zu finden, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.


Kommentare:

  1. Komme zufällig und erstmalig vorbei und traue meinen Augen kaum: die Kirche wird eine neue Renaissance erleben!

    Ich wünschte, es wäre so. Ich wünschte, die Kirche (Ausnahme: Rom) würde sich nicht permanent selbst demontieren und der fremden Religion freiwillig ergeben. Ich wünschte, die Kirche würde die Leute unter ihrem Banner vereinigen und sich für den Westen, für unsere Kultur, für christliche Werte ins Zeug legen.

    Aber nichts dergleichen geschieht. Richtig, die Leute sind zunehmend orientierungslos und eigenen sich Wertsurrogate als vermeintliche, aber letztlich austauschbare Richtungsgeber in den erbärmlichen, von der Politik dominierten Massenmedien an. Man sollte vermuten, eines Tages werden sie aufwachen und sich nach göttlicher Ordnung sehnen.

    Aber die Leute verblöden auch zusehends und verlieren an Kompetenz, ihre Lage zu erkennen und nach Echtem und Wahrem Ausschau zu halten. Und die Zahl der Verführer und Verderber steigt unaufhörlich.

    Kurzgefasst: weder sind die Leute in der Lage, noch willens zur Kirche zurückzukehren und diese erweist sich weniger und weniger in der Lage und würdig, dass man sich ihr wieder zuwendet.

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  2. @Erwin Mahnke:
    Versuchen Sie einmal die Kirche nicht von außen als Beobachter, sondern als Beteiligter zu sehen. Ich besuche jede Woche eine charismatische Gebetsgruppe und beobachte, dass es fast jede Woche mehr werden. Wobei der Anteil der unter zwanzig jährigen überproportional groß ist. Ich bin tatsächlich der Überzeugung, dass es innerhalb der Kirche zu einen neuen Aufbruch kommen wird. Mir ist schon klar, dass meine Beobachtung nicht die Regel darstellt. Ich glaube auch nicht, dass die Kirche in Deutschland, Österreich schon die Talsohle erreicht hat. Aber je trister die Lage, desto auffälliger werden jene Gemeinschaften (Pfarren) leuchten, in denen sich Katholisches Leben abspielt.

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