Mittwoch, 2. März 2011

Von Gästen, die sich nicht benehmen können


Der ehemalige politische Ziehvater von Recep Tayyip Erdoğan ist gestorben. Was das für eine Person war, sollte man sich genauer ansehen, dann weiß man, wer Edogan  heute eigentlich ist.
An dieser Person sieht man deutlich, dass die Türkei kein laizistischer Staat ist, sondern ein islamistischer Gottesstaat sein will, der so tut, als wäre er fortschrittlich.
Aus einer laizistischen Republik einen islamischen Staat zu machen „Sei es mit Blut, sei es ohne Blut“ (OT), war sein Ziel. So umgab sich Erbakan  mit Islamisten und als er 1996 eine Regierung stellte, wurde er nach einem Jahr glücklicherweise vom Militär aus dem Amt gejagt. (Schade, dass das Militär bei seinem ehemaligen Zögling Erogan versagte.)
Denn Recep Tayyip Erdoğan steht in Wahrheit für das Gleiche. Er tut so, als wäre er westlich orientiert und ein Vermittler zwischen Orient und Okzident. Doch die Wirklichkeit ist anders. Die Beziehungen zu Israel waren schon lange nicht mehr so schlecht, wie unter seiner Regierungszeit und niemand schätzt seine islamisch - fundamentalistische Vermittlerrolle.

So ist es also nicht verwunderlich, dass er auch jedes Mal, wenn er in Deutschland zu Gast ist, seinen diplomatischen Dilettantismus unter Beweis stellt. So predigt er schon zum wiederholten Male zu den deutschen Migranten seiner Heimat, dass sie zuerst Türkisch lernen sollen und dann erst Deutsch. Die deutsche Regierung ist (zum Glück) empört und weist diese Forderungen zurück. Dies ist peinlich genug für einen Gast, der sich nicht benehmen kann. 

Doch sollte man auch sagen dürfen: Liebe Türken, wenn ihr Türkisch lernen wollt und türkisch leben wollt, dann tut dies - in der Türkei. Wenn ihr aber in Deutschland, Österreich oder sonst wo in Europa leben wollt, dann lernt diese Sprache VOR eurer ehemaligen und lebt so, wie es hier erwünscht ist. Vergesst nicht: Assimilation ist die Beste Integration. Werdet Teil unserer Gesellschaft, und vergesst, was man euch über eure Ehre lehrte, denn das sind alles Lügen. Ihr habt auch Ehre als Menschen. Dazu muss man weder Moslem, noch Türke sein. Erdogan hat Angst seinen Einfluss bei euch zu verlieren. Dazu reist er extra an um euch als billige Werkzeuge für seine armselige Ideologie zu missbrauchen.
Nachtrag:
Vor Ausländerfeindlichkeit hat Erdogan die Deutschen überhaupt nicht zu warnen, denn die Ausländerfeindlichkeit der Türkei gegenüber den Armeniern, den Kurden, den Griechen, den Israelis ist bezeichnend (alles Nicht muslimische Ethnien).
Die Türkei ist geradezu geprägt von Ausländerfeindlichkeit und Religionsfreiheit gibt es nur auf dem Papier (z.B. wurde das christliche Kloster Mor Gabriel erst jüngst enteignet).  Christen werden in der Türkei wie Menschen zweiter Klasse behandelt und Morde an Christen kommen sehr oft vor. Kirchen dürfen nicht gebaut und auch nicht renoviert werden.

  • Es dürften schon lange keine türkisch mitfinanzierten (Atib) Moscheen in Europa mehr gebaut werden.
 
  • Ich verlange einen sofortigen Stopp der Beitrittsgespräche, solange die Religionsfreiheit in diesem Land nicht zu hundert Prozent gewährleistet wird und dieser Staat nicht augenblicklich zum Laizismus zurückkehrt.
  
  • Ich verlange einen sofortigen Baustopp aller türkisch finanzierter Moscheen oder Kulturvereine. 


Kommentare:

  1. "...gegenüber den Armeniern, den Kurden, den Griechen, den Israelis ist bezeichnend (alles Nicht muslimische Ethnien)"

    Bist Du Dir bei dieser Aussage sicher? Was ist mit den Kurden, sind die keine muslimische Ethnie? Man darf Erdogan nicht nur einseitig als islamischen Fundamentalisten betrachten, denn in der Türkei kommt noch ein stark ausgeprägter Nationalismus dazu, der mitunter wiederum auf das Kemalistische Prinzip zurückzuführen ist. Die Kombination macht den Sprengstoff aus. Nur so ein Tipp am Rande, ansonsten guter Text.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Du hast natürlich vollkommen recht. Danke für den Hinweis.
    Auch mit deiner Einschätzung, dass der Mix zwischen Nationalismus und Islamismus in der türkischen Politik eine Gefahr für Europa ist, gebe ich dir recht. Genau das macht den gesellschaftlichen Sprengstoff aus, der es den Türken unmöglich macht, sich in irgend eine Gesellschaft zu integrieren, die weder türkisch, noch islamisch ist.

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  4. Sehe ich ähnlich. Allerdings darf man natürlich nicht vergessen, dass es auch viele westlich orientierte Türken gibt. Wie zum Beispiel die drei Studienbekannten von mir. Ich muss allerdings hinzufügen, dass alle drei kemalistisch ausgerichtet sind und sie aus einer höheren laizistischen Bildungsschicht stammen, während eben die Mehrzahl der Migranten aus niederen Bildungsschichten stammen und deren einfaches Weltbild sehr anfällig für fundamentalislamisches Gedankengut ist, erst recht wenn man auch noch einem gewissen Herrn Erdogan erlaubt mitten in Deutschland seine Islamistenshow abzuziehen. Mal schaun, wielange sich dieses Trauerspiel das türkische Militär noch mitanschaut oder ob sie schon soweit unterwandert sind, dass der Putsch ausbleibt.

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